
93, 64, 88 … Nein, dass sind nicht die Maße der neuen Gewinnerin bei GNTM, sondern die Zahlen die man als Nutzer von den aktuell gehypten “Social Influence Measurement Tools” für sein eigenes Ego erhält. Keine Frage, wir (inkl. mir) sind extrem empfänglich für Rankings die uns zeigen wie wichtig (oder unwichtig) wir sind. Wir alle stehen gerne oben und wenn solche Dienste dann noch deutlich machen, dass ich für das Thema XY einer der Top-Experten bin, dann ist der Service mein Aushängeschild für die kommenden Wochen und Monate.
Sie heißen Klout, PeerIndex, Empire Avenue und Kred (auch als PeopleBrowsr bekannt). Dienste die uns auf geheimnisvolle Art und Weise aufzeigen wollen, welche Relevanz wir im Social Media Umfeld haben. Die uns unbekannten Kennzahlen ziehen uns an wie das Licht die Mücken. Kaum kennen wir unseren eigenen Wert, beginnen wir die Accounts unserer Freunde und Feinde zu checken. “Ha, wusste ich doch das ich wichtiger als der bin!”, “Neeeeiiin, wie kann es denn sein, dass die einen höheren Wert hat als ich?” … So oder ähnlich sind unsere Reaktionen auf das was wir dort erfahren.
Ich möchte heute nicht der Frage auf den Grund gehen, warum uns solche Vergleiche und Ranglisten so faszinieren. Mir geht es vielmehr darum, den Sinn dieser Dienste komplett in Frage zu stellen.
Wie arbeiten diese Dienste?
Hinter allen Diensten steckt neben einen guten FrontEnd Menschen (Wir lieben schicke Grafiken und Diagramme) immer auch ein Typ der früher im Mathe LK ganz vorne saß und dem Lehrer erzählte, dass es für die Lösung ja noch eine ganz andere Formel gibt. Einziges Problem an der Sache war, dass den Weg zur richtigen Lösung nur er alleine nachvollziehen konnte.
Gleiches geschieht auch bei den o.g. Diensten. Alle machen sie ein großes Geheimnis um die Formel die den persönlichen Wert für einen Nutzer berechnet. Dagegen ist ja auch absolut nichts einzuwenden. Mögen sie dieses Wissen auch gerne mit ins Grab nehmen.
Wer sich ein wenig intensiver mit diesen Diensten beschäftigt (so wie jetzt ich), wird sehr schnell darauf kommen, dass die Tiefgründigkeit eines solchen Services mit dem einen Babybeckens zu vergleichen ist.
Die Berechnungen der verschiedenen Scores ist oft viel einfacher als man denkt. In erster Linie sind es die Reaktionen von Leuten die einen Wert steigen lassen. Geburtstage (wie jetzt aktuell bei mir), Änderungen von Beziehungstatus oder die Geburt eines Kindes sind die größten Hebel für einen solchen Wert weil sie wie kaum ein anderes Posting Reaktionen erzeugen. Sind also mein drei Kinder und mein 40ster Geburtstag ein Indikator dafür, dass ich “wichtig” bin? Quatsch, oder? Wenn ich unrecht habe, dann gehöre ich zu den TOP 20 CEOs der Reuters Liste. Wir sind uns also einig, dass es sich nur um eine Spielerei handelt, oder?
So lange Maschinen nicht lesen können was da gepostet oder wie auf jemand reagiert wird sind diese Dienste absolut sinnlos und dienen einzig und allein dem eigenen Ego … aber auch das kann ja heute ein Grund für Erfolg sein.

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